UNION Schweizerischer Komplementärmedizinischer Ärzteorganisationen

Mitteilungen

Ausgabe 5-2017

Mitteilungen der UNION

  • Rechtsetzung der ärztlichen Komplementärmedizin in der Schweiz - eine Übersicht
  • Arnica für die Zukunft

Editorial - Aktuell: Pflanzen für Frauen

Dr. med. Regina Widmer für die SMGP, Solothurn, Schweiz

 

Schön, dass Sie dieses Heft mit der Ankündigung zur 32. Jahrestagung der Schweizerischen Medizinischen Gesellschaft für Phytotherapie (SMGP) des 23. November 2017 in der Hand halten. Wir möchten Ihnen mit dieser Tagung zum Thema «Phytotherapie in der Gynäkologie» Neues, Altbewährtes, Nützliches, Praktisches und Verblüffendes bei der Arzneipflanzen-Anwendung in der Frauenheilkunde näherbringen.

Der überwiegende Teil der Klientel, die nach Arzneipflanzen fragt und für die Phytotherapie offen ist, ist weiblich. Apothekerinnen, Medizinerinnen, Hebammen und Naturheilkundige kommen nicht umhin, dem steigenden Wunsch der Frauen nach einer individuellen und ganzheitlichen Therapie gerecht zu werden. Dies geht aber nur, in-dem Fachfrauen und -männer sich belesen, sich austauschen, aber auch gut zuhören und ein Stück weit auch selber neue Wege gehen.

 

 

In diesem Sinne: Viel Spass beim Lesen!

 

Editorial - Ernährungsbedingte Risiken sind die wichtigsten Faktoren für chronische Erkrankungen

Prof. Dr. rer. nat.  Jürgen Vormann, Ismaning, Deutschland

 

Die Bedeutung von chronischen Erkrankungen hat in den vergangenen Jahrzehnten in unseren Gesellschaften deutlich zugenommen. Zwischen 1990 und 2010 stieg die Lebenserwartung in Deutschland (und vergleichbar in anderen zentraleuropäischen Ländern) erfreulicherweise von durchschnittlich 75,4 auf 80,2 Jahre an [1]. Betrachtet man allerdings die Anzahl der gesunden Lebensjahre, sieht die Bilanz weniger gut aus. Der Anstieg der gesund verbrachten Lebensjahre betrug nur 3,7 Jahre. Mehr als 1 Jahr der zusätzlichen Lebenserwartung wird somit in Krankheit zugebracht. Als wichtigste Risikofaktoren für die chronischen Erkrankungen wurden ernährungsbedingte Risiken (13,8%) sowie Bluthochdruck und hoher Body-Mass-Index mit je 10,9% identifiziert.

Trotz der Erkenntnis, dass durch Beeinflussung der all-gemeinen Ernährung und durch Modifikation der Zufuhr von Lebens-mittelinhaltsstoffen diese Risikofaktoren vermindert und wesentliche Erfolge in der Behandlung von chronischen Erkrankungen erzielt werden können, ist die heute übliche ärztliche Praxis jedoch weiterhin sehr von der Anwendung spezifischer Medikamente geprägt. Das grosse Potenzial von Lifestyle-Modifikationen, Ernährungstherapien, Gewichtsbeeinflussung und Nährstoffsupplementierung wird von einem grossen Teil der Patienten vernachlässigt, da dieses in der Regel mit erheblichen Änderungen der täglichen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten verbunden ist.

 

In diesem Sinne: Viel Spass beim Lesen!